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Die Zweibrücker Porzellanmanufaktur

Im Jahre 1767 wurde im Auftrag von Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken, Christian IV, im Lustschloss Louisenthal - Gutenbrunnen bei Wörschweiler vom Alchimisten Dr. Josef Michael Stahl aus Kirn (Landkreis Bad Kreuznach) eine Porzellanmanufaktur eingerichtet. Dieser experimentierte etwa ein halbes Jahr lang vergeblich mit Erde aus Nohfelden im Landkreis St. Wendel im Saarland, um Porzellan herzustellen, was ihm allerdings nicht gelang. Erst nach dem Kaolin (auch Porzellanerde genannt) aus Passau in Bayern importiert wurde, gelangen ihm seine ersten Stücke, die er dem Herzog präsentieren konnte. Stahl wurde anschließend zum herzoglichen Hofrat ernannt.

Die Manufaktur in Gutenbrunnen musste bereits zwei Jahre nach ihrer Einrichtung wegen Unwetterschäden nach Zweibrücken in das erste Zweibrücker Schloss, dem sogenannten „Langen Bau am Wasser“, verlegt werden, wo direkt im Anschluss mit der Produktion fortgefahren wurde. In welchem Teil des alten Schlosses diese Manufaktur untergebracht war, ist leider nicht überliefert. Nach Christians Tod im Jahre 1775 verpachtete dessen Nachfolger Karl II. August Christian, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, die Manufaktur an einen Unternehmer, der diese 1784 zum Kirschbacherhof bei Dietrichingen verlegte. Zwei Jahre danach wurde diese wegen Vertriebsproblemen geschlossen.

Da in Gutenbrunnen und Zweibrücken nur acht Jahre lang Porzellan im Auftrag des Herzogs hergestellt wurde, ist dieses heute ein sehr wertvolles Sammlergut. Es sind noch weltweit etwa 230 Teile davon erhalten, die Stadt Zweibrücken stellt im Stadtmuseum etwa ein Drittel davon aus. Das Zweibrücker Porzellan wurde anfangs mit einer Doppelbogenbrücke später mit den Zeichen C.P. (Christian Pfalzgraf) sowie „PZ“ (Porzellan Zweibrücken) gekennzeichnet.

Es wurden Tafelgeschirre, Messergriffe, Pfeifenköpfe, Schreibgarnituren, Dekorationsgegenstände und plastische Figuren hergestellt.

Porzellan wurde damals auch „weißes Gold“ genannt, weil es sich nicht jeder leisten konnte, aber dennoch sehr begehrt war.

 

Porzellan